Gericht12. März 2026Von Jerome Schischka3 Min. Lesezeit

Bottrop Betriebsgelände im Fokus: Staatsanwaltschaft klagt Mann wegen Umweltkriminalität an

Bottrop Betriebsgelände im Fokus: Staatsanwaltschaft klagt Mann wegen Umweltkriminalität an

Betriebsgelände in Bottrop Teil umfangreicher Ermittlungen wegen illegaler Entsorgung belasteter Böden.·©Symbolbild: Jerome Schischka

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Pressemitteilung der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in NRW (Staatsanwaltschaft Dortmund)



Die Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in NRW bei der Staatsanwaltschaft Dortmund hat Anklage gegen einen 63-jährigen Mann aus Unna erhoben. Der Mann ist bereits wegen Umweltdelikten vorbestraft und befindet sich seit Oktober 2025 in Untersuchungshaft. Ihm werden unerlaubter Umgang mit Abfällen, das unerlaubte Betreiben genehmigungsbedürftiger Anlagen sowie banden und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.


Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund und des Polizeipräsidiums Recklinghausen im Ermittlungskomplex „Boden NRW“ zufolge soll der Beschuldigte seit Januar 2024 gemeinsam mit weiteren Beteiligten Entsorgungsaufträge für belastete Böden und teilweise gefährliche Abfälle übernommen haben. Die vereinbarten Entsorgungsleistungen sollen jedoch nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden sein.


Stattdessen sollen belastete Böden teilweise umdeklariert, mit unbelastetem Material vermischt und an nicht zugelassenen Orten abgelagert worden sein. Auch auf einem Betriebsgelände in Bottrop sollen Materialien umgeschlagen und vermischt worden sein. Gleichzeitig soll gegenüber Auftraggebern, Nachweisführern und Behörden eine ordnungsgemäße Entsorgung vorgetäuscht worden sein.


Nach Angaben der Ermittler wurden auf dem Gelände in Bottrop bereits vor einer Genehmigung mehr als 700 Lkw-Ladungen Bodenmaterial umgeschlagen.


Darüber hinaus sollen rund 23.000 Tonnen belasteter Bodenmaterialien angenommen, teilweise zwischengelagert und anschließend zu einem Betriebsgelände nach Selfkant transportiert worden sein. Dort sollen die Materialien ohne die erforderliche abfallrechtliche Genehmigung dauerhaft abgelagert worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich teilweise um gefährliche Abfälle bis hin zur Deponieklasse 3 gehandelt haben könnte. Die Entsorgung solcher Materialien würde nach Schätzungen mindestens 1,3 Millionen Euro kosten.


Zusätzlich besteht der Verdacht, dass im Zusammenhang mit einem Bauprojekt in Dortmund rund 24.000 Tonnen belastete Bodenmaterialien zu Tagebauen nach Kamp-Lintfort transportiert wurden, obwohl diese Anlagen für solche Materialien nicht zugelassen waren. Gegenüber der Auftraggeberin soll dennoch eine ordnungsgemäße Entsorgung vorgetäuscht worden sein. Dadurch soll ein Schaden von mehr als360.000Euro entstanden sein.


Bei Durchsuchungen im Oktober 2025 fanden Ermittler im Kofferraum eines vom Beschuldigten genutzten Fahrzeugs mehr als120.000Euro Bargeld, rund 200 Gramm Gold sowie weitere Wertgegenstände. Mit der Anklage wurde daher auch die Einziehung dieser Vermögenswerte beantragt. Auch für den mutmaßlichen Betrugsschaden im Zusammenhang mit der Baustelle in Dortmund wurde ein Einziehungsantrag gestellt.



©Text: Staatsanwaltschaft Dortmund / Polizei Recklinghausen, Symbolbild: Jerome Schischka